Instrumental gesehen ist eure Musik schon sehr “meditativ” und unterstreicht die z.T.
melancholischen Lyriks. Seid ihr Beide darauf bedacht den Text in den Vordergrund zu
stellen? Habt ihr eine Message die ihr damit weitergeben wollt?

Ich würde sagen, dass wir uns nie konkret vorgenommen haben, möglichst tiefsinnige Texte zu
schreiben und auf Sinnlosigkeiten aus dem Lyricautomaten nach dem Motto “Atemlos,
schwindelfrei, großes Kino für uns zwei” (Helene Fischer) zu verzichten. Es ist einfach passiert und
es passiert uns einfach immer wieder. Zack… aufmerksam die Nachrichten geschaut, mit dem Mann
im Altersheim gesprochen, eine Alkoholikerin auf der Straße gefunden… und schon sind diese
Themen in unseren Köpfen und wollen zu Papier gebracht werden. Ich finde, dass Wort Message
impliziert, dass es bei einem Text um den Empfänger geht, dabei glaube ich aber, dass die Texte
viel mehr uns selbst ansprechen. Wenn unsere persönliche Auseinandersetzung mit einem Thema
dann etwas in anderen auslöst, ist das sehr schön, aber nicht das vordergründige Ziel.

2012 habt ihr eure EP „Pictures through Fog“ veröffentlicht und seid im Jahr darauf mit
dieser Platte durch diverse Cafes, Klubs und Konzertsäle getourt. Wie haben die Fans
euren Lo-Fi/Folk-Pop Sound aufgenommen und was habt ihr auf Tour für Eindrücke und
Erfahrungen gesammelt?
Fans ist ziemlich klasse. Hihi. Weckt in mir die Hoffnung bald ein Poster von uns in der BRAVO
sehen zu dürfen…
Ich glaube die Gäste dieser Abende waren eher Neuentdecker die glücklicherweise meist einen ganz
positiv überraschten Eindruck gemacht haben, als sie den Veranstaltungsort verließen.
Tja… Eindrücke oder Erfahrungen?: Auf Tour sein macht Spaß. In Deutschlands Kneipen, Cafés
und Bars gibt es so viele leckere Limonandensorten. Wir haben keinen Plan von Technik. Es gibt
unendlich viele zauberhaft freundliche Menschen. Berliner wirken musikalisch sehr gesättigt. Das
nächste mal fahren wir mit Hänger, weil es in Süddeutschland noch Sperrmüll gibt.

Ihr beherrscht als Duo eine große Vielfalt an Instrumenten und bringt diese ausgewogen
zusammen. Akkordeon, Klavier, Gitarre und Gesang würden wir mal also die typische Miss
Swallow & me Kombination definieren. Habt ihr im Studio für die Produktion der neuen
LP/EP weitere Instrumente, Geräusche und Klänge mit eingebracht? Wie unabhängig ist
euer neuestes Werk?
Danke für das Kompliment.
Nein, im Studio haben wir keine wesentlich anderen Instrumente verwendet als Live. Außer, dass
wir das Piano in einem Lied durch ein Rhodes ersetzt haben, weils einfach schöner klingt und unser
popliges Glockenspiel durch ein riesen Metallophon. Allerdings war es spitze hier und da noch eine
weitere Stimme einsingen zu können, ich glaube, mit unseren Stimmen haben wir am meisten
experimentiert und sind auch am meisten verzweifelt (wie das nun mal so ist, wenn man im Studio
plötzlich das Gras wachsen hört).

Ihr bedient ein Genre welches doch ein Stück entfernt vom heutigen Mainstream ist. Abseits
von Radio Energy 0815-Playlisten und coolen “Hey`s” sowie Hipster Percussions im
Hintergrund. Wo seht ihr den Reiz eurer Musik?
Ganz ehrlich? Wir haben auch keine Ahnung was den Reiz unserer Musik ausmacht. Wir
bekommen häufig Komplimente für unsere Fehler sowie den Umgang mit ihnen und die
Atmosphäre. Vielleicht ist es das?? Wir haben keine Ahnung und freuen uns einfach, dass es Leute
gibt, die unsere Musik genießen.

Am 30.05 kann man euch dann auch im Atomino in Chemnitz zuhören – Record Release!
Wie wird Miss Swallow & Me ihre neuste musikalische Kreation feiern?

Hoffentlich mit einer Mischung aus zauberhafter Gemütlichkeit, leicht bitterer Ehrlichkeit,
beschwingter Wildheit und einem bunten Haufen von Menschen.
Es werden noch ein oder zwei andere Musiker spielen, hoffentlich fällt uns noch ne coole Deko ein
und danach kann wild getanzt werden.

 

Copyright Miss Swallow And Me

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